Historisches

 

Schwimmen und Wassergymnastik


Bereits im Gründungsjahr der BSG 1953 war man bemüht, den Kriegsversehrten ein Plätzchen am See zur Verfügung zu stellen, wo sie relativ unbeobachtet schwimmen und sich sonnen konnten. Ein Hallenbad gab es damals allerdings in Überlingen und der näheren Umgebung noch nicht, was gerade für Behinderte schon ein Mangel war. Man erwog sogar im Frühjahr 1962 wenigstens einmal im Monat nach Konstanz ins dortige Hallenbad zu fahren. Erst mit dem Bau des Hallenbades im Kurmittelhaus eröffneten sich auch für unsere Mitglieder gute Bedingungen, denn nun konnten ab 1967 wöchentlich Schwimmer wie Nichtschwimmer Wassergymnastik und Schwimmen genießen. Für unsere Therapiestunde wurde sogar die Wassertemperatur auf angenehme 29 Grad angehoben. Erfreulich war natürlich, dass die Kosten über den Badischen Behindertensportverband abgerechnet werden konnten und somit die wöchentliche Hallenbadnutzung für alle unsere Mitglieder kostenfrei war. Im Oktober 1981 wurde das Hallenbad wegen Umbau- und Renovierungsmaßnahmen für längere Zeit geschlossen.

Doch inzwischen war im Altenwohnheim „Augustinum" ein privates Hallenbad entstanden, das wir für die Übergangszeit anmieten konnten, um die wöchentliche Schwimmstunde weiterhin anbieten zu können.
Seit 1998 können wir in der Birkle Klinik unsere Übungsstunden "Schwimmen und Wassergymnastik" im warmen Klinikbad abhalten. 

 

 

 

Tischtennis

In einem der ersten Zeitungsartikel über die neugegründete Versehrtensportabteilung Überlingen wird berichtet, dass die Versehrtensportler jeweils am Samstag Nachmittag „tüchtig Tischtennis üben": Offenbar mit Erfolg, denn am 3. Tischtennisturnier des Versehrtensportverbandes Baden e.V. am 1. und 2. Mai 1954 in Konstanz nahmen neun Kameraden der VSA Überlingen teil und L. Bujakowski erreichte sogar den 1. Platz. Beim Tischtennis-Vergleichstreffen des Versehrtensportverbandes Baden e.V. am 4. November 1956 in Freiburg erspielte Emil Münk den 3. Platz und die Überlinger Mannschaft wurde immerhin Vierte. Danach wird es um Tischtennis ruhig - zumindest nach den Unterlagen unserer Chronik. 

Erst 1985 erscheint mit Elfriede Pfaller von unserer Frauengruppe die VSG Überlingen wieder bei einem Tischtennisturnier. Sie erreicht bei den Verbandsmeisterschaften des Badischen Behindertensportverbandes am 18.05.1985 in Bammental den dritten Platz. Am 20.04.1985 hatte sie bereits bei den Bezirkstischtennismeisterschaften in Schwanau den ersten Platz erreicht. Bei den deutschen Tischtennismeisterschaften für behinderte Sportler am 10./11.04.1987 in Brühl erkämpfte sie dann trotz krankheitsbedingter längerer Trainingspause unter 122 Teilnehmer/innen den beachtlichen fünften Platz.

 

 

 

 

Sitzball

Im Jahr 1965 bildeten ein paar Kameraden der Faustballer eine Sitzballmannschaft. Ihr erstes Turnier fand am 22.Juni 1965 in Bregenz statt. Es galt Turniererfahrung zu sammeln, denn gegen die starken Mannschaften des Vorarlberger Versehrtensportverbandes war man chancenlos. Unsere Spieler Bornberg, Braun, Haas, Fiala und Summer meinten hinterher, es war schön dabei zu sein. Bei diesem einmaligen Erlebnis blieb es. 

 

 

Kinder- und Jugendgruppe


Ab 1977 hatte unsere bewährte Übungsleiterin Hanne Pflaumer mit großem persönlichen Engagement eine Schwimmgruppe für spastisch gelähmte Kinder und Jugendliche aufgebaut. 12-17 Teilnehmer kamen zu den14-tägigen Schwimm-und Gymnastikstunden in die städtische Schwimmhalle im Kurmittelhaus. Für die VSG als Veranstalter war diese Gruppe eine große Herausforderung, denn ein Teil der Kinder war an einen Rollstuhl angewiesen und etliche waren geistig stark behindert. Mit Pit Janssen fanden wir einen weiteren Betreuer der Gruppe, so dass auch für die Sicherheit der Teilnehmer gesorgt war.

Das Engagement zeigte Früchte. Die jungen Behinderten lernten schwimmen, erhielten den Freischwimmerausweis, einige machten sogar den Fahrtenschwimmer. Schließlich kam noch der Wunsch nach einer Übungsstunde in einer Sporthalle. Auch dies konnten wir ab 1985 anbieten. Verantwortbar war dies aber erst, als wir mit Frau Schäfer und Herrn Wöhrle, beide Sonderschullehrer, zwei weitere Betreuer gefunden hatten. Nun war für die jungen Menschen wöchentlich bei uns " was los", eben mal Schwimmen, mal Sport in der Halle. Unser Aufwand aber war hoch, denn ein Teil der Kinder musste von uns zu Hause abgeholt und auch wieder heimgebracht werden. Dabei legten unsere Übungsleiter von 1985-1989 3.500 km zurück.

Die Fahrtkosten trug unsere Vereinskasse, bis endlich ab Januar 1990 der Badische Behinderten Sportbund (BBS) diese Kosten übernahm. Auch der Kinderschutzbund unterstützte uns personell und finanziell. Sogar vom Ministerium für Kultus, Jugend und Sport erhielten wir in den Jahren 1988 bis 1990 einen beachtlichen Zuschuss im Rahmen des Programms "Schule-Verein".

Die Kinder und Jugendlichen hatten ihre Freude an der Bewegung und sie durften auch manches Festle und manchen Ausflug geniessen.

Dennoch mussten wir 1992, also nach 15 Jahren den Übungsbetrieb der Kinder-und Jugendgruppe einstellen, weil unsere Übungsleiterin Hanne Pflaumer aus privaten Gründen die Verantwortung für die Gruppe nicht mehr übernehmen konnte, die Mithilfe der Eltern zu gering war und auch die Teilnehmerzahlen zu stark abgesunken waren. Schade; ein schönes Kapitel ging zu Ende.

 

 

Frauengruppe

Die Gründung einer Frauensportgruppe in einem anfänglich reinen Männerverein, haben wir unserer lieben und überaus engagierten Übungsleiterin Hanne Pflaumer zu verdanken. Ihr gelang es, ab 1977 Frauen mit verschiedenen Behinderungen und großer Altersstreuung zu einer festen Gruppe zusammenzuschweißen. Niemand wurde überfordert, jede konnte mitmachen. Abwechslungsreiche Gymnastik mit und ohne Musik, Entspannungsübungen, leichte Gruppentänze, sowie Flug- und Pezzyballspiele gehörten zu den Übungsstunden in der Gymnasiumsturnhalle.

Obwohl Freude an der Bewegung und die Geselligkeit im Vordergrund standen, läßt die Frauengruppe auch immer wieder durch erstaunliche Leistungen aufhorchen.

So erreichte unsere Frauensportgruppe beim Landesfrauenfest in Bühl 1983 zwei 1. und einen 3.Platz. Elfriede Pfaller erhielt einen von Innenminister Schlee gestifteten Pokal, weil sie als einzige an sämtlichen Wettbewerben teilgenommen hatte. 1984 erreicht die Gruppe beim Badischen Behindertensportfest bei 150 Teilnehmern einen 1. Preis. 1989 werden die 5 Frauen der Versehrten Sportgemeinschaft (VSG) Überlingen beim Landessportfest in Wertheim bei den Staffelwettbewerben mit zwei 2. und einem 3. Platz belohnt.

1995 begeistern die Frauen um Hanne Pflaumer beim VDK-Behindertentag in Immenstaad und im Jahr darauf in Markdorf durch einen farbenfrohen Tanz mit Tücher und dem Pezzyball.

Das herausragende Engagement unserer Hanne Pflaumer und die bekannte Gastfreundschaft der Überlingen VSG führten dazu, dass schon im Juni 1979 und erneut im Oktober 1984 das Landessportfest für behinderte Frauen bei uns am See stattfinden konnte.

Höhepunkt aber war das "Sportfest für Mädchen und Frauen" des Badischen Behindertensportverbandes in Verbindung mit den " Flugballmeisterschaften Baden-Württemberg für behinderte Frauen" in Überlingen. Hanne und ihre Frauen wurden bereits in der Vorbereitung und erst recht bei der Veranstaltung am 27. und 28. Juni 1998 von der Vorstandschaft und vielen Helfern der VSG unterstützt, denn es wurden insgesamt 10 verschiedene Wettbewerbe ausgetragen und an den Flugballmeisterschaften nahmen 10 Mannschaften teil. Die Darbietungen in der festlich geschmückten Realschulturnhalle gerieten zu einem wahren Augen- und Ohrenschmaus und hätten sicherlich noch mehr Zuschauer verdient gehabt. Aber alle Anwesenden hatten ihre Freude. Die Stadt Überlingen veranstaltete einen Empfang für die Mannschaftsführerinnen und den offiziellen des BBS im Rathaussaal. Eine Schifffahrt nach Meersburg, sowie ein gemütlicher Abend in der Haltnau wurden für die Teilnehmerinnen zu einem schönen Erlebnis, denn gerade für uns Behinderte ist Freude und Geselligkeit neben dem Sport ein unverzichtbarer Aspekt unseres Vereinslebens.
Leider musste die Frauengruppe im Jahr 2005, wegen zu geringer Teilnehmerinnen und dem Tod unserer lieben Übungsleiterin Hanne Pflaumer aufgelöst werden.
Seit 2015 gibt es wieder eine Frauengymnastik-Gruppe unter der Leitung von Karin Klingele.

 

 

 

Therapeutisches Reiten 

                                                                                                                                                                                                                      1985 wurde von der Krankengymnastin Gisela Schalk das „therapeutische Reiten für Kinder und Erwachsene" gegründet. Für 6 Jugendliche, vier Erwachsene  und  ein geeignetes Pferd, das Frau Dr. Schanz kostenlos zur Verfügung stellte,  übernahmen wir die Trägerschaft und konnten nun als VSG auch therapeutisches Reiten anbieten. Doch überraschend wurde der Reitstall verkauft und unser „geeignetes" und so geliebtes Pferd wurde nach Markdorf-Fitzenweiler überstellt, wo  sich  ein selbstständiger Verein „Therapeutisches Reiten Markdorf e.V." gründete.

 

 

Herzsport

 

1986 wurde von Dr. Soergel und der Vorstandsschaft der Behindertensportgruppe 2 Coronarsportgruppen, wie sie damals hießen, gegründet. 

Die ÜbungsleiterInnen der Birkle Klinik Überlingen wurden dafür ausgebildet. Wir übten in der Sporthalle der Klinik und tun das bis heute.

 

 

 

 

TrägerInnen der Ehrennadel des Landes Baden-Württemberg

 

 

 

Walter Pahl

Ehrenvorsitzender
1. Vorsitzender vom 29.12.1960 bis 19.12.1985.

Verleihung am 23. Juli 1985
gest. am 04. Juli 2005

 

Hannelore Pflaumer
Übungsleiterin von 1958 bis 2005,
Fachwartin für Frauen im BBS von 1976 bis 1988

Verleihung am 26. Aug.1986
gest. am 11. Okt. 2005

 

Max Henkel
Übungsleiter von 1970 bis 2004,
Schriftführer von 1963 bis1982

zweiter Vorsitzender von 1981 bis 1985.

Verleihung am 26. Aug.1986
gest. am 25. März 2006

 

Josef Gröber
Schriftführer von 1982 bis 2007
Mitgliederverwaltung von 1982-1986

Ehrenmitglied seit 2007

Verleihung am 01. Sept. 2004

 

Jürgen Choinowski,
1. Vorsitzender vom 19.12.1985 bis 09. April 2013

Verleihung am 09.Aug. 2000

 

Dr. Tillo Soergel

1. Vorsitzender seit 2013

Gründer der Herzsportgruppen Überlingen

 

Verleihung am 24. Mai 2016

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